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Was ist „Employee Experience“? Was wird falsch verstanden, wenn es um Employee Experience geht?


Eine Gruppe aus fünf Männern in formaler Kleidung, die in einem lichtdurchfluteten Büroflur hochspringen.

Als alter UX-ler habe ich häufig auf die Frage, was ich denn eigentlich mache, geantwortet: “UX macht Nutzer glücklich!”. Entsprechend macht “Employee Experience” Angestellte glücklich. So einfach ist das.


Definition von Employee Experience

Der vollständigkeitshalber eine (Art) Definition:

“Employee Experience” macht Angestellte glücklich. So einfach ist das. Employee Experience beschreibt die Summe aller Erfahrungen, die Angestellte mit einem Unternehmen machen – und die sollten möglichst positiv sein. 

Employee Experience ist nicht Employer Branding!

Fast schon im Gegensatz dazu steht “Employer Branding”. Etwas überspitzt formuliert versucht hier ein Unternehmen, sich möglichst gut darzustellen, um möglichst viele Bewerber:innen im “War for Talent” anzulocken. Das Unternehmen steht im Mittelpunkt. Für uns soll die Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt stehen, wobei wir das Unternehmen als System immer mitdenken (müssen).


Was ist der Status Quo bei Employee Experience?

Amazon liefert bei der Suche nach “Employee Experience” (im Folgenden “EX”) drei amerikanische Bücher (Stand 6.3.2020), die den Begriff zum Teil sehr mechanistisch verstehen:

  1. “Employee Experience Advantage” (Morgan, 2019) bezieht neben der Kultur auch den physischen Arbeitsplatz und die (IT-) Tools mit ein

  2. “Employee Experience” (Whitter, 2019) versteht EX als Mittel zum Zweck: Glückliche Mitarbeiter:innen sind produktiver

  3. “The Employee Experience” (Maylett, Wride, 2017) sammelt Beispiele aus aller Welt, wie eine positive EX geschaffen wurde/wird. Dieses Buch verfolgt den breitesten und am wenigsten technischen Ansatz


Wikipedia hat zwei Einträge: Employee Experience Management und Employee Experience Design – der eine bezieht EX auf “HR Produkte und Services”, also sehr nah an “UX für HR”; der andere sieht "Employee Experience Management" als Tool, um letztlich die Customer Experience zu optimieren. EX als umfassendes Konzept wird nicht formuliert. 


Alle diese Ansätze sind im Kern sehr betriebswirtschaftlich gedacht und das Wohlbefinden der Mitarbeiter ein reines Mittel zur Steigerung des Umsatzes. Wir verstehen EX nicht als Mittel zum Zweck – EX sollte ein Ziel unternehmerischen Handelns sein. Die positiven Vorteile von EX, wie Umsatzsteigerung und gesteigerte Produktivität, sind dabei vorteilhafte Nebeneffekte, die jedoch nicht im Fokus stehen sollen. Wir verstehen EX sehr breit – Kultur ist nicht der Wurmfortsatz von Raum und Tools, sondern das Zentrum des Geschehens.


Employee Experience is coming: Lasst uns vorbereitet sein

Seit ca. 2 Jahren gibt es (wieder mal) im Westen Amerikas zunehmend neue Positionen als “Employee Experience Manager” in den HR-Abteilungen der GAFAs (GAFA = Google, Apple, Facebook, Amazon) dieser Welt. Wenn der Trend nach Deutschland überschwappt (und in der Regel sollte es jetzt so weit sein), lasst uns dies bitte in der guten alten Tradition der sozialen Marktwirtschaft vernünftig machen – mit dem Herzen dabei und in voller Verantwortung für alle Stakeholder unserer Unternehmen, mit Fokus auf eine lebendige und wertschätzende Kultur, die nicht (nur) die technischen Aspekte von EX betont.


 

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